Burgund ist nicht bordeaux

Am letzten Dienstag war ich also in Stuttgart um für die Reise in die USA und den Flug mit SOFIA „gebrieft“ zu werden. Neben so wichtigen – allerdings etwas langweiligen – Dingen wie z. B. Hinweisen zum Ausfüllen der Reisekostenabrechnung gab es auch erstmalig Informationen darüber was denn während des Fluges eigentlich Wissenschaftliches gemacht werden wird.

Vorweg möchte ich noch mal daran erinnern, dass das Teleskop (siehe Das DLR (und das Teleskop) fest im Flugzeug eingebaut ist und man am Ende verschiedene Detektoren anschließen kann mit denen man ins Teleskop hineinschaut. Das ist ja schließlich einer der Hauptvorteile des Flugzeug basierten Teleskops gegenüber dem Teleskop in einem Satelliten.

Auf jeden Fall ist bei den Flügen, bei denen wir mitfliegen der am Bonner  Max-Planck-Institut für Radioastronomie entwickelte Detektor „GREAT“ (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) im Einsatz, dessen Spezialität es ist, im Infrarotbereich unglaublich gut verschiedene Wellenlängen (so nennen Physiker „Farben“)  auseinanderhalten zu können. Vermutlich politisch unkorrekt könnte man dies damit vergleichen, dass Männer (hier: Handelsübliche Detektoren) einfach nur „rot“ erkennen, während Frauen (hier: GREAT) zwischen „burgund“, „bordeaux“, „kaminrot“ und „rubin“ unterscheiden.

teleskopgreat_sn_xl  Hier im Bild sieht man den GREAT-Detektor (Silberner Kasten), der an das Teleskop (blaues Ding) angebaut ist.

Ich habe auch versucht irgend etwas auch nur im Ansatz verständliches über das Funktionsprinzip des Detektors zu finden, aber ich muss wohl die ganze Quantenphysik weglassen und mich damit begnügen, dass es sich bei GREAT im Prinzip um ein Bolometer handelt, bei dem ein elektrischer Leiter durch die Infrarotstrahlung erwärmt wird, wodurch sich dessen Stromleitfähigkeit verändert. Der verwendete elektrische Leiter ist ein so genannter Supraleiter, bei dem schon eine geringfügige Erwärmung zu einer sehr starken Änderung der elektrischen Leitfähigkeit führen kann. Allerdings muss ein solcher Supraleiter auch sehr aufwändig mit flüssigem Helium gekühlt werden.

Wem das immer noch zu kompliziert ist, kann sich den Leistungen des GREAT-Detektors auch spielerisch nähern und sich die kostenfreie App „Blendoku“ installieren, die genau diese Fähigkeit fordert, nämlich Farben möglichst fein unterscheiden zu können:

app

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